Chronisch entzündliche Darmerkrankungen – Colitis ulcerosa und Morbus Crohn – waren Gegenstand einer Übersichtsarbeit in Hinblick auf die Anwendung hormoneller Kontrazeptiva. (Lauren B. Zapata et al. Contraceptive use among women with inflammatory bowel disease: An updated systematic review. Contraception 2025; im Druck: 10.1016/j.contraception.2025.111038)

Fazit der Auswertung von 15 Studien, die die 4 Autorinnen dazu fanden ist ein sehr heterogenes Bild. Man kann nicht ausschließen, dass hormonelle Kontrazeptiva den Verlauf dieser Erkrankungen negativ beeinflusstn, eindeutig ist das nicht. Die Resorption der Wirkstoffe wird bei oraler Gabe, Daten aus 2 Studien, nicht beeinträchtigt. Das Thromboserisiko war erhöht bei Anwendung kombinierter Kontrazeptiva, dieses Risiko erreichte keine Signifikanz.

Bedeutet für mich: Wenn sich diese Erkrankungen unter der Anwendung hormoneller Kontrazeptiva verschlechtern und krankheitsbezogene Therapie nicht optimal greifen, sollte es sich lohnen eine laufende hormonelle Kontrazeption kritisch zu überdenken.

Ihr

Michael Ludwig