Führen kombinierte Kontrazeptiva zu mehr Stress? Diese Frage taucht immer wieder auf – insbesondere wenn höhere Cortisolspiegel bei kombinierten Kontrazeptiva insbesondere mit Ethinylöstradiol gemessen werden. Problematisch bei dieser Betrachtungsweise ist, dass orale Östrogene und v.a. Ethinylöstradiol die Produktion von cortisolbindendem Globulin (CBG) aus der Leber steigert. Gemessen wird im Labor Gesamt-Cortisol. Wenn also CBG erhöht ist, wird mehr Cortisol produziert, damit der freie und wirksame Cortisolspiegel normalisiert ist.
In einer eleganten Studie aus Südafrika wurde nunmehr der Gehalt von Corticosteroiden im Haar bei Anwenderinnen und Nicht-Anwenderinnen eines kombinierten Kontrazeptivums mit 30 µg Ethinylöstradiol und 3 mg Drospirenon untersucht. Es fand sich dabei kein signifikanter unterschied im Gehalt von Cortisol, Cortison oder der Gesamtmenge an Corticosteroiden.
Die drei Autor:innen interpretieren das als eindeutigen Hinweis darauf, dass nicht von einem chronisch erhöhten Stresslevel auszugehen ist.
Ihr
Michael Ludwig
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