In Finnland wurde ein Register zu relevanten kardiovaskulären Ereignissen (Myokardinfarkte, Schlaganfälle) bei Anwenderinnen von hormonellen Kontrazeptiva ausgewertet. (E. Edrees et al. Hormonal contraception and risk of major adverse cardiovascular events: a nationwide registry study from Finland. Contraception 2025, im Druck: doi:https://doi.org/10.1016/j.contraception.2025.111311)

Eingeschlossen waren Frauen zwischen 15 und 49 Jahren, die 2017 in Finnland lebten. Ausgewertet wurden kombinierte Präparate mit Ethinylöstradiol (8,0 %) und Östradiol (3,7 %) getrennt sowie Gestagen-Mono-Präparate (7,5 %).

Es fanden sich keine Unterschiede bei der Auswertung von insgesamt 584.236 Frauen im Vergleich von Anwenderinnen zu Nicht-Anwenderinnen bzgl. der untersuchten Risiken. Das Gesamtrisiko (Myokardinfarkte und Schlaganfälle) lag bei aOR 1,24 (95 % KI 0,78 – 1,96), 1,37 (95 % KI 0,73 – 2,57) und 0,64 (95 % KI 0,64 – 1,71) für Präparate mit Ethinylöstradiol, Östradiol bzw. die Gestagen-Mono-Präparate.

Wie interpretiert man das Ergebnis, wenn man aus anderen Studien um das höhere Risiko für arterielle Ereignisse bei Anwenderinnen kombinierter Kontrazeptiva weiß? Zum einen, so die Autor:innen, ist das Risiko durch geringer dosierte Präparate mit maximal 30 µg Ethinylöstradiol oder Östradiol gegenüber früheren Präparaten reduziert. Zum anderen deuten die Daten auf ein risikobewusstes, differenziertes Verschreibungsverhalten hin. Ich denke, dass eher Letzteres zutrifft. Insofern sehr vielversprechende Daten!

Ihr

Michael Ludwig