Eine neue Untersuchung aus Dänemark hat sich einmal mehr der Frage angenommen, inwieweit hormonelle Kontrazeptiva das Risiko von Endometriumkarzinomen reduzieren (Lisa Iversen et al. Contemporary hormonal contraception and risk of endometrial cancer in women younger than age 50: a retrospective cohort study of Danish women. Contraception, im Druck).

Ausgewertet wurden Registerdaten von Frauen in Dänemark zwischen 1995 – 2014 im Alter von 15 bis 49 Jahren. Unterschieden wurde zwischen aktueller Anwendung, kürzlicher Anwendung (Absetzen innerhalb von 1 Jahr) und früherer Anwendung (Absetzen vor mehr als 1 Jahr).

In die Analyse gingen 7.935.787 Personenjahre von Nicht-Anwenderinnen ein (mittleres Alter 35,1 ± 11,9 Jahre), 4.405.210 Personenjahre von früheren Anwenderinnen (36,6 ± 8,0 Jahre) und 8.820.317 Personenjahre von aktuellen oder kürzlichen Anwenderinnen (29,2 ± 8,5 Jahre).

Eine Anwendung von 5 Jahren führte zu einer Halbierung des Risikos (RR 0,51, 95% KI 0,28 – 0,92), die für über 10 Jahre nach Absetzen anhielt. Eine Anwendung von 10 Jahren oder mehr reduzierte das Risiko weiter (RR 0,26, 95% KI 0,09 – 0,70). Diese Risikoreduktion galt v.a. für Typ 1 Karzinome. Sarkome wurden nicht beeinflusst.

Der Effekt war ebenso zu beobachten für kombinierte Kontrazeptiva und LNG IUDs und andere orale oder systemische Gestagen-Mono-Präparate.

Ihr

Michael Ludwig