//Sicherheit hormoneller Kontrazeptiva abhängig vom BMI

Sicherheit hormoneller Kontrazeptiva abhängig vom BMI

Eine namhafte Autorengruppe hat Daten von 4 pharmakokinetischen Studien zu levonorgestrel-haltigen kombinierten Kontrazeptiva im Zusammenhang mit einer Adipositas ausgewertet (Dandan Luo et al. Altered pharmacokinetics of combined Oral contraceptives in obesity – multi-study assessment. Contraception, im Druck).

Die Ergebnisse zeigen, dass die Maximalkonzentration und die Gesamtkonzentration (area under the curve) abhängig vom Gewicht reduziert sind, dass aber die mittleren Konzentrationen vergleichbar bleiben. Die Clearance ist für beide Substanzen erhöht, Levonorgestrel und Ethinylöstradiol, was die Autoren einer morphologisch größeren Leber bzw. einer höheren Leberaktivität abhängig vom höheren Körpergewicht zuschreiben.

Grundsätzlich, so die Autoren, besteht aufgrund ihrer Daten kein Anhalt dafür, dass die Schwangerschaftsraten unter diesen kombinierten Kontrazeptiva abhängig vom BMI relevant steigt – problematisch bleibt jedoch die bekannte geringere Compliance für die verlässliche Einnahme mit steigendem BMI. Zudem weisen die Autoren darauf hin, dass ihre Schlussfolgerung sich auf die untersuchten Substanzen – 20-30 µg Ethinylöstradiol und 100 bzw. 150 µg Levonorgestrel – beziehen und sich die Situation bei anderen Kombinationen und insbesondere anderen Gestagenen anders darstellen könnte. Grund dafür ist u.a. auch, dass Levonorgestrel relevant an SHBG gebunden wird, das bekanntermaßen durch Ethinylöstradiol stimuliert wird, so dass die Clearance von Levonorgestrel auf diese Weise reduziert ist.

Ihr

Michael Ludwig

By |2019-02-06T20:04:45+00:00Februar 7th, 2019|Hormonelle Kontrazeption|2 Comments

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2 Comments

  1. Nurgul Fayyad Ozdemir 12. Februar 2019 um 7:10 Uhr - Antworten

    Hello!
    Was ist die beste Moglichkeit an Kontrazeption in Adipositas Patienten?

    • Michael Ludwig 12. Februar 2019 um 9:19 Uhr - Antworten

      Die sicherste Kontrazeption im Falle einer Adipositas ist definitiv ein höhendosiertes LNG IUD, perfekt mit 52 mg, dafür ist nachgewiesen, dass das Endometrium – neben der Kontrazeption – perfekt transformiert wird, insofern kein erhöhtes Risiko für eine Endometriumhyperplasie besteht. Möglicherweise funktioniert das auch mit den niedriger dosierten LNG IUDs (Kyleena) – Daten dafür gibt es jedoch nicht.
      Die kontrazeptive Sicherheit ist gegeben, da ein LNG IUD gewichtsunabhängig funktioniert.
      Michael Ludwig

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