In einer Studie mit 2.097 postmenopausalen Frauen (mittleres Alter 63 Jahre) waren rückblickend berichtete Schlafstörungen während der Perimenopause mit etwas schlechteren kognitiven Testergebnissen im späteren Leben assoziiert. (Bangyan Hu, Joyce JY Lin, Xinye Qiu et al. Sleep disturbances during perimenopause and later-life cognitive function. Menopause 2026;33. DOI: 10.1097/GME.0000000000002790)
Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang bei Frauen, die während der Perimenopause nachts durch menopausale Beschwerden geweckt wurden. In dieser Gruppe lagen die kognitiven Testergebnisse bei moderaten bis schweren Schlafstörungen um 0,31 Standardabweichungen niedriger als bei Frauen ohne relevante Schlafprobleme (95% KI −0,47 bis −0,16).
Interessant sind die Daten vor allem deshalb, weil sie die Hypothese stützen, dass ausgeprägte Schlafstörungen und vasomotorische Symptome während der Wechseljahre Marker einer erhöhten Vulnerabilität für spätere kognitive Einschränkungen sein könnten.
Die Aussagekraft der Studie bleibt jedoch begrenzt. Die Schlafqualität während der Perimenopause wurde nicht prospektiv erfasst, sondern viele Jahre später retrospektiv abgefragt. Ein relevanter Recall Bias lässt sich daher nicht ausschließen. Zudem bleibt offen, ob die Schlafstörungen selbst zu den späteren kognitiven Unterschieden beitragen oder ob beide Phänomene Ausdruck gemeinsamer biologischer Mechanismen sind.
Die Studie liefert damit einen interessanten Hinweis, aber keinen Beleg für einen kausalen Zusammenhang. Dafür werden prospektive Langzeitstudien benötigt.
Ihr
Michael Ludwig
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