Frauen mit einer primären Subfertilität erreichen die natürliche Menopause möglicherweise etwas früher als Frauen ohne Fertilitätsstörung. Darauf weist eine neue populationsbasierte Kohortenstudie der Mayo Clinic hin. (Lillian J. Dyre et al. Infertility and age of menopause in a longitudinal cohort of women with primary infertility. Menopause. 2027;34. DOI: 10.1097/GME.0000000000002809)
Untersucht wurden 461 Frauen mit primärer Subfertilität und 530 altersgleiche Kontrollen. Nach Berücksichtigung von BMI, Rauchen, Zyklusregelmäßigkeit und weiteren Einflussfaktoren lag das Menopausenalter bei den Frauen mit Subfertilität im Mittel 1,17 Jahre niedriger. Gleichzeitig war das Risiko für eine frühe Menopause zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr erhöht (7,6 % vs. 3,0 %; Hazard Ratio 1,25; 95 % KI 1,06–1,46). Eine Zunahme der prämaturen Ovarialinsuffizienz (< 40 Jahre) zeigte sich dagegen nicht. Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang bei Endometriose (Menopause 2,75 Jahre früher) sowie bei ungeklärter Subfertilität (1,45 Jahre früher).
Vermutlich sind die Phänomene Subfertilität und Menopausenalter Ausdruck eines gemeinsamen biologischen Prozesses– etwa einer beschleunigten ovariellen Alterung oder anderer bislang nicht vollständig verstandener Mechanismen. Der Unterschied beträgt jedoch lediglich etwa ein Jahr und ist für die einzelne Frau daher nur begrenzt vorhersagbar bzw. relevant.
Ihr
Michael Ludwig
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