Ob übergewichtige Frauen durch eine Gewichtsabnahme ihre Fruchtbarkeit steigern können, ist eine alte Frage. Eine Analyse elektronischer Gesundheitsdaten von über 246.000 Frauen im Alter von 18–40 Jahren mit einem BMI ≥ 25 kg/m² aus der UK CPRD Aurum-Datenbank (Zeitraum: 2000–2022) wurde zu dieser Frage durchgeführt. (Maximiliane Lara Verfürden et al. Association between weight loss and reproductive outcomes among women with overweight or obesity: a cohort study using UK real-world data. Human Reproduction 2025; im Druck. DOI: 10.1093/humrep/deaf122)
Verglichen wurden Frauen mit stabilem Gewicht (< 3 % Gewichtsveränderung) und Frauen mit moderatem Gewichtsverlust (10–25 % innerhalb von 2 Jahren; Median: 14 %). Der primäre Endpunkt war die erste dokumentierte Schwangerschaft innerhalb von 3 Jahren. Sekundäre Endpunkte waren Schwangerschaftskomplikationen wie Gestationsdiabetes, Hypertonie, Sectio, Frühgeburt, SGA/LGA.
Frauen mit moderatem Gewichtsverlust hatten im Vergleich zur Kontrollgruppe eine 5,2 % höhere Chance auf eine Schwangerschaft (HR 1,05; 95 %-KI 1,02–1,09; p = 0,003). Der Effekt auf die Steigerung der Schwangerschaftsrate war höher bei höherem Ausgangs-BMI.
Auffällig und eher überraschend ist die Assoziation einer Gewichtsreduktion mit niedrigerem Risiko für einen Gestationsdiabetes (OR 0,58; 95 %-KI 0,48–0,70; p < 0,001). Andere Studien konnten dies so nicht beobachten. Andere Risiken veränderten sich durch eine Gewichtsreduktion nicht (Abortrisiko, Frühgeburtsrisiko, SGA, LGA). Das Risiko für einen schwangerschaftsbedingten Hypertonus sank abhängig von einer Gewichtsreduktion, der Unterschied war jedoch nicht signifikant (OR 0,77, 95 % KI 0,55-1,07).
Überraschend sind die Daten nicht. Sie belegen im Wesentlichen das Bekannte: Eine Gewichtsreduktion bei erhöhtem BMI steiger die Wahrscheinlichkeit für eine Konzeption, tatsächlich im Wesentlichen für eine Spontankonzeption gemäß anderen Studien. Die Schwangerschaft selbst wird dadurch in ihrem Verlauf und den Risiken wenig bis gar nicht beeinflusst.
Ihr
Michael Ludwig
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