In einer retrospektiven Analyse von 99 Frauen mit Prolaktinom, die während der Menopause weiterhin mit Dopaminagonisten behandelt wurden, zeigte sich ein klarer postmenopausaler Rückbildungseffekt. Das Serum-Prolaktin sank unter unveränderter Einnahme von Prolaktinhemmern im Median um mehr als die Hälfte, die Tumorgröße ebenfalls deutlich. (Stefan Matei Constantinescu et al. Menopause Has a Beneficial Influence on the Evolution of Prolactinomas. Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2025;110:e3701–e3708. DOI: 10.1210/clinem/dgaf152) So lag der Median des Prolaktins prämenopausal bei 18,0 µg/l, 3-6 Monate postmenopausal bei 9,8 µg/l und 24 Monate nach der Menopause bei 7,9 µg/l.

67 Frauen hatten Mikroadenome, 32 Makroadenome, 12 davon invasiv wachsend. Im Mittel bestanden diese seit einem Alter von 37,9 ± 8,1 Jahren.

Bei 56 Patientinnen wurde die Medikation abgesetzt – rund 70 % blieben dauerhaft in Remission. Rezidive des Prolaktinanstiegs traten überwiegend im ersten Jahr auf, meist mild und asymptomatisch. Eine menopausale Hormontherapie beeinflusste den Verlauf nicht.

Die Studie bestätigt damit die klinische Erfahrung, dass die Menopause eine „günstige Zäsur“ im Verlauf von Prolaktinomen darstellt und man zu dieser Zeit einen weiteren Auslassversuch von Dopaminagonisten überlegen sollte.

Ihr

Michael Ludwig