Die Verbindung zwischen Übergewicht und erhöhten Androgenspiegeln ist bekannt, doch eine neue Auswertung der US-amerikanischen NHANES-Datenbank quantifiziert erstmals im großen Maßstab, wie stark diese Beziehung bereits im Kindes- und Jugendalter ausgeprägt ist – und zwar unabhängig von Pubertätsstatus oder klinischem PCO-Syndrom. (Su Hee Kim et al. Obesity Is Associated With Hyperandrogenemia in a Nationally Representative Sample of US Girls Aged 6 to 18 Years. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 2025; 100: e1776 – e1782. DOI: 10.1210/clinem/dgae645)
Analysiert wurden Daten von 1.299 Mädchen im Alter von 6 bis 18 Jahren, die zwischen 2013 und 2016 an der NHANES-Studie teilgenommen hatten. Eingeschlossen wurden nur gesunde Mädchen ohne hormonaktive Medikation, mit dokumentierten Werten für Gesamt-Testosteron und SHBG zur Kalkulation des freien Testosterons.
Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Differenz in allen Altersgruppen. Sowohl in der Kindheit (6–9 Jahre), als auch perimenarchal (10-14 Jahre) und in der Adoleszenz (15-18 Jahre) bestand ein signifikant Unterschied des freien Testosterons bei normalgewichtigen gegenüber adipösen Mädchen mit 0,33 pg/ml vs. 0,86 pg/ml, 2,29 pg/ml vs. 4,10 pg/ml und 3,33 pg/ml vs. 5,64 pg/ml. Diese Differenz blieb nach Adjustierung für das Alter, den Menarchenstatus, den BMI Z-Score und Ethnizität bestehen.
Ein multivariates Regressionsmodell, das Alter und BMI-z-Score als kontinuierliche Variablen einbezog, konnte 46 % der Varianz im freien Testosteron erklären (R² = 0,46, p < 0,0001). Zum Vergleich: BMI allein erklärte nur 10 %, Alter allein 39 % der Varianz – die Kombination beider liefert also eine solide Vorhersagekraft für androgenaktive Belastung.
Ihr
Michael Ludwig
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