Vor einiger Zeit bereits hatte ich zu einer Publikation über das Auftreten von Palpitationen in der Peri- und Postmenopause geschrieben. Fazit der Studie war, dass diese Frauen langfristig kein höheres kradiovasukläres Risiko haben.

Nun erscheint eine Studie, in der bei 30 Frauen – 15 mit und 15 ohne Palpitationen – ein Langzeit EKG über 14 bis 28 Tage geschrieben wurde. (Janet S. Carpenter et al. Palpitations in midlife women: the Menopause Racing Heart Pilot Study. Menopause 2025; im Druck: DOI: 10.1097/GME.0000000000002538) Die Frauen waren zwischen 46 und 62 Jahre alt mit einem Median von 56 Jahren. Die Frauen in der Gruppe mit Palpitationen trugen das EKG länger (Median 18,42 Tage, IQR 12,88, 26,13) als die in der Kontrollgruppe (Median 13,33 Tage, IQR 9,92, 17,58).

Frauen mit Palpitationen litten darunter in fast einem Drittel der Nächte (32 %) und an etwa jedem zweiten Tag (45,83 %). Es zeigte sich eine reduzierte Herzrate-Variabilität, was die Folge einer niedrigeren parasympathischen und höheren sympathischen Aktivität sein soll.

Die Kausalität ist unklar. Da Palpitationen und auch die veränderte Herzrate-Variabilität unter einer menopausalen Hormontherapie nicht komplett verschwinden. Ein hormoneller Einfluss ist nicht von der Hand zu weisen, so die Autor:innen. Allerdings, so drei Autorinnen in einem recht ausführliche Editorial mit vielen Überlegungen und Spekulationen, bleibt die Ursache von Palpitationen und deren langfristige Bedeutung unklar (Nancy Safwan et al. Heartbeats and heatwaves: understanding palpitations in midlife women. Menopause 2025; im Druck: DOI: 10.1097/GME.0000000000002604)

Allein schon die ärztliche Wahrnehmung und das Reden über die Beschwerden sei wichtig für die Beruhigung der Patientin. Zudem sollte im Zweifelsfall eine relevante Pathologie ausgeschlossen werden.

Ihr

Michael Ludwig