Eine Publikation ist die „Herausforderungen“ der Diagnostik eines PCO-Syndroms nachgegangen. (Joham et al. Approach to the Patient: Diagnostic Challenges in the Workup for Polycystic Ovary Syndrome. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 2025; 110:e2298–e2308. DOI 10.1210/clinem/dgae910)
Die relevanteste Herausforderung, die der Überdiagnostik, wird dabei allerdings einmal mehr vernachlässigt.
1. Die Diagnostik sei schwierig, weil abhängig von Zyklusstörung, Hyperandrogenismus und polyzystischer Ovarmorphologie vier Phänotypen mit teils völlig unterschiedlichem klinischem Bild entstehen.
2. Zyklusunregelmäßigkeiten und eine polyzystische ovarielle Morphologie sind physiologisch in der Adoleszenz. Die sonographische Komponente sollte vor 8 Jahren post Menarche nicht zur Diagnostik herangezogen werden.
3. Die Follikelzahl pro Ovar ist alters- und geräteabhängig. AMH kann hilfreich sein, ist aber nicht validiert für Adoleszentinnen, alters- und populationsspezifische cut-offs werden dringend gefordert.
Relevanter fehlender Punkt ist die differnzierte Betrachtung des Faktors „Adipositas“ oder „Übergewicht“. Wann ist dies Folge eines PCO-Syndroms, wann ist es ein primäres Problem mit einer nachfolgenden Kaskade endkrinologischer Veränderungen, die zu einem Bild ähnlich eines PCO-Syndroms führen – aber eben kein PCO-Syndrom sind.
Der Artikel behandelt Adipositas überwiegend als Verstärker eines bestehenden PCO-Syndroms, nicht jedoch als mögliche primäre Pathogeneseursache einer ovulatorischen Dysfunktion. Frauen mit adipositasassoziierter Zyklusstörung, aber ohne Hyperandrogenismus, erhalten die Diagnose „PCO-Syndrom“.
Ihr
Michael Ludwig
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