//Testosteron-Supplementierung und Risiko eines Mammakarzinoms

Testosteron-Supplementierung und Risiko eines Mammakarzinoms

Eines der ungeklärten Risiken der systemischen Testosteron-Supplementierung bei Frauen ist ein fragliches Mammakarzinom-Risiko. Dieses Risiko besteht theoretisch, da erhöhte Testosteron-Werte mit einem erhöhten Mammakarzinom-Risiko assoziiert sind. Allerdings ist die Frage ungeklärt ob die exogene Testosteron-Applikation dieses Risiko beeinflusst.

Ein systematischer Review hat sich dieser Frage nun anhand publizierter Daten angenommen (Ritika Gera et al. Does Transdermal Testosterone Increase the Risk of Developing Breast Cancer? A Systematic Review. Anticancer Research 2018; 38: 6615 – 6620). Die Autoren ziehen aus den wenigen verfügbaren Daten zwei Schlussfolgerungen: Zum ersten gibt es aktuell keinen Anhalt für ein erhöhtes Mammakarzinom-Risiko bei transdermaler Testosteron-Supplementierung. Zum anderen aber sind die verfügbaren Daten so heterogen und gering, dass es weiterer prospektiver, randomisierter Studien bedarf, um die Frage auf einem ausreichenden Evidenzlevel zu klären.

Zunächst einmal aber beruhigen die Daten dahingehend, dass in den wenigen Fällen, in denen eine Testosteronapplikation dringend notwendig scheint, das Mammakarzinom-Risiko überschaubar ist.

Ihr

Michael Ludwig

By |2019-01-08T12:03:45+00:00Januar 9th, 2019|Gynäkologische Endokrinologie|0 Kommentare

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