Erst vor wenigen Tagen habe ich über eine Arbeit berichtet, die für jüngere Paare mit idiopathischer Subfertilität eine noch relevante Chance für eine Spontankonzeption nach 2 Jahren Kinderwunsch in der Größenordnung von 40% über 2,5 Jahre belegen konnte (van Eekelen et al. Natural conception: repeated predictions over time. Human Reproduction, im Druck).

Nun wird eine weitere Publikation angekündigt, ebenfalls aus den Niederlanden, die einen etwas anderen Ansatz hat – Vergleich „IVF sofort“ vs. „IVF 1 Jahr verschieben“ – aber zu demselben Ergebnis kommt: Junge Frauen (< 32 Jahre) mit einer idiopathischen Subfertilität haben eine relevante Spontankonzeptionschance und kommen über 2 Jahre zu derselben Lebendgeburtenrate unabhängig davon, ob sie sofort eine IVF durchführen lassen oder damit 1 Jahr warten (M.J.C. Eijkemans et al. Cost-effectiveness of ‘immediate IVF’ versus ‘delayed IVF’: a prospective study. Human Reproduction, im Druck).

Dies betraf Paare mit einer Kinderwunschdauer von bis zu 3 Jahren.

Ist eine Patientin älter, dann wird die Chance durch eine verzögerte IVF aufgrund der niedrigeren Chance mit zunehmendem Alter schlechter werden. Auch Frauen mit einer substantiellen Einschränkung ihrer Fertilität z.B. durch eine höhergradige Endometriose profitieren nicht von einer Verschiebung der IVF-Therapie.

Ihr

Michael Ludwig