Eine aktuelle dänische Kohortenstudie kommt zu einem überraschend klaren Ergebnis: Für eine pränatale Exposition gegenüber elterlichem Rauchen fand sich keine Evidenz für ein erhöhtes Risiko klinisch diagnostizierter Subfertilität im Erwachsenenalter – weder bei Söhnen noch bei Töchtern. (M.V. Stokholm et al. Prenatal exposure to parental smoking and infertility in sons and daughters: a cohort study. Human Reproduction 2026; im Druck: DOI 10.1093/humrep/deag011)

Das Studiendesign ist bemerkenswert: Grundlage war die dänische Geburtskohorte Health Habits for Two (1984–1987). 11.980 Schwangere (87 % der Anspruchsberechtigten) wurden eingeschlossen. Für die vorliegende Analyse standen 5.585 Söhne und 5.322 Töchter mit dokumentierter elterlicher Rauchexposition zur Verfügung.

Die Exposition wurde prospektiv in der Schwangerschaft (ca. 36. SSW) erhoben. Das Outcome –Subfertilität bzw. ART-Nutzung – wurde über nationale Register bis Ende 2022 erfasst. Damit ergibt sich ein Follow-up von bis zu 38 Jahren, was in dieser Thematik außergewöhnlich ist .

Zwar zeigten sich in einzelnen altersstratifizierten Subgruppen tendenziell erhöhte Hazard Ratios – insbesondere bei jüngeren Erwachsenen –, jedoch überlappten die meisten Konfidenzintervalle die Null. In der Gesamtschau sehen die Autor:innen keinen belastbaren Zusammenhang zwischen pränataler Rauchbelastung und späterer klinisch erfasster Infertilität .

Biologisch plausibel ist ein Effekt weiterhin. Epidemiologisch nach fast vier Jahrzehnten Nachbeobachtung jedoch bleibt kein klarer Beleg.

Ihr

Michael Ludwig