Die WHI-OsteoPerio-Studie nutzte bis zu zwanzig Jahre longitudinale Daten von 291 Frauen ohne Hormonersatztherapie, um zu prüfen, wie sich FSH und LH im Verlauf nach der Menopause entwickeln – und ob sich Assoziationen mit Körperzusammensetzung oder menopausalen Symptomen bestehen. (Sarah M. Lima et al. Gonadotropin trajectories among postmenopausal women not using hormone therapy. Menopause 2025; im Druck: 10.1097/GME.0000000000002631)

Die Ergebnisse zeigen drei klar unterscheidbare Verlaufsmuster. Beim FSH gab es ein „niedriges Muster“ (36,1 %), das bei etwa 50 IE/l kurz nach der Menopause startete und über die folgenden Jahrzehnte weitgehend stabil blieb, ein „mittleres Muster“ (52,9 %) mit Ausgangswerten um 90 IE/l, das über zwanzig Jahre leicht abnahm, sowie ein „hohes Muster“ (11,0 %) mit Werten über 150 IE/l kurz nach der Menopause. In diesem „hohen Muster“ fiel FSH in den ersten zehn Jahren auf rund 120 IE/l ab, bevor die Werte gegen Jahr 20 wieder anstiegen und erneut über 130 IE/l lagen. Für LH ergaben sich vergleichbare Muster: Frauen im niedrigen Verlauf starteten mit rund 26 IE/l und sanken auf 15 bis 20 IE/l, das mittlere Muster begann bei etwa 45 IE/l und fiel um etwa 10 IE/l, während das hohe Muster mit über 65 IE/l einsetzte und nach zwanzig Jahren bei knapp 55 IE/l lag. Die Verteilung für die LH-Verlaufsmuster war ähnlich wie für die von FSH (29,6 %, 56,0 %, 14,4 %).

Besonders auffällig war der Zusammenhang mit der Körperzusammensetzung. Frauen im niedrigen FSH-Muster wiesen im Mittel einen BMI von 29,4 kg/m² auf, während es im mittleren Muster 26,1 und im hohen Muster 24,5 kg/m² waren. Für LH ergaben sich ähnliche Werte mit 28,8, 26,7 und 24,8 kg/m². Auch die DXA-basierten Messungen bestätigten diesen Trend: Das viszerale Fettgewebe (VAT) betrug im niedrigen FSH-Muster im Mittel 135 cm², im mittleren 99 cm² und im hohen 86 cm² – ein Unterschied von fast 50 cm² zwischen den Extremen. Damit zeigt sich ein konsistenter, inverser Zusammenhang zwischen Gonadotropinspiegeln und Adipositas. Eine plausible Erklärung liegt in der Östradiolproduktion des Fettgewebes: Mehr Adipositas bedeutet mehr Estradiol und damit stärkeren negativen Feedback auf FSH und LH.

Die menopausalen Symptome waren insgesamt mild ausgeprägt, dennoch gab es Unterschiede bei den Hitzewallungen. Frauen im hohen FSH-Muster berichteten im Mittel einen Hot-flash-Score von 0,69 (auf einer Skala von 0 bis 3), verglichen mit 0,36 im mittleren und 0,40 im niedrigen Muster. Dieser Unterschied war statistisch signifikant. Bei den LH-Mustern zeigten sich ähnliche Tendenzen, jedoch ohne Signifikanz.

Für die Praxis ist die deskriptive Darstellung der drei Verlaufsmuster interessant jedoch eher nicht relevant. Die Werte bestätigen die enorme Brandbreite in der Höhe von FSH-Werten, di eman postmenopausal beobachten kann.

Ihr

Michael Ludwig